Biodiversität des BMZ - Wie viel Zeit bleibt noch?

Artenschutz ist Klimaschutz

Die Natur kennt keine Grenzen. In Reichtum und Artenvielfalt tritt sie aber nicht überall gleich auf. In den Tropen und Subtropen weisen Tiere und Pflanzen eine unerhört größere Vielfalt auf, als - sagen wir mal - auf Spitzbergen. Wissenschafter nennen das Biodiversität. Und genau die ist massiv bedroht. Die Rote Liste an gefährdeten Arten, ob Tiere oder Pflanzen, ist erschreckend lang und ein Dokument das zum sofortigen Handeln auffordert. Pessimisten wähnen uns schon an der Schwelle eines neuen Massensterbens, wie es im Verlauf der vier Millionen Jahre Erdgeschichte schon mehrere gab. Entwicklungsexperten aber machen Hoffnung, dass es noch jede Menge Handlungsspielräume gibt, wenn Süd und Nord den Schutz der Biodiversität gemeinsam in den Focus nehmen.

Deutschlands Rolle

Deutschland und die anderen Länder des G7 Gremiums bekennen sich zu ihrer Verantwortung für die Schwellen- und Entwicklungsländer. Auf ihren regelmäßigen Gipfeltreffen, wie kürzlich in Elmau/Bayern, steht der weltweite Naturschutz auf der Agenda und es werden Folgeschritte beschlossen. Ein Ziel von vielen ist, ein umfassendes Bewusstsein in der Bevölkerung für den Nutzen der Biodiversität zu stiften.

Was bringt Naturschutz in der Dritten Welt?

Zunächst die Sicherung natürlicher Ressourcen in ausreichender Menge und damit Schutz vor Hunger. Im weiteren sauberes Trinkwasser für mehr Hygiene und Abwesenheit von Krankheiten oder gar Seuchen. Nur unter sicheren Grundbedingungen ist Bildung, Entwicklung und damit Zukunft möglich. Nur die Erhaltung intakter Ökosysteme und eine größtmögliche Biodiversität schützen die Menschen zuverlässig vor gnadenlosen Rückschlägen der Natur.

Wo sind die Brennpunkte?

Allem voran sind es die tropischen Regenwälder, die einen Pool höchster genetischer Vielfalt und damit Überlebenstüchtigkeit darstellen. Ihre Nützlichkeit als „Wetterküche“ gehört zum gefestigten Wissen. Rodung zum Zweck der Landwirtschaft und Besiedlung verringert ihren Bestand. Unversehrte Korallenriffe bieten Schutz vor Überschwemmungen, aber erhöhte Sonneneinstrahlung als Folge des Klimawandels setzt ihnen zu. Und die unzähligen, zig Kilometer langen Mangrovenwälder vor den tropischen Küsten sind eigentlich natürliche Reservate der Fischbrut. Aber sie werden nicht zuletzt durch Millionen „Frutti di mare“ - Liebhaber aus nördlichen Breiten ruiniert. Weil sie zu bewirtschafteten Aquafarmen zweckentfremdet werden, häufig mit desaströsen Folgen für die Ökologie vor Ort.

Wo fängt man an?

Das Problem ist nicht das Bevölkerungswachstum, das schwerpunktmäßig in den Schwellen- und Entwicklungsländern stattfindet. Vermehrung ist ein angeborener biologischer Instinkt. Das kann man dem Menschen nicht verdenken. Aber man kann den von Klimawandel und Mangel Betroffenen mit Informationen, Strategien und Geld zur Seite stehen. Hilfen, die den Menschen dann ermöglichen, mit neuen Methoden die Artenvielfalt der Ökosysteme, deren Teil sie sind, bestmöglich zu bewahren.

Infografik zur Biodiversität
Infografik vom BMZ

Deutschland hilft!

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung(BMZ) versteht sich als Partner der Entwicklungs- und Schwellenländer. Unter dem Link http://www.bmz.de/G7-fuer-vielfalt finden Interessierte eine ganze Reihe von URL´s, welche die Absichten und Aktivitäten der deutschen Partner transparent machen.