Leitfaden klimafreundlicher Campingplatz

Seidel: Erfolgsfaktor für Campingplätze - wichtiges Segment im touristischen Angebot

Weniger Energieverbrauch, Senkung der Betriebskosten und Umweltengagement: Ein neuer Leitfaden stellt die Möglichkeiten für den betrieblichen Klimaschutz auf Campingplätzen in Mecklenburg-Vorpommern vor. "Der Leitfaden ist für die Campingwirtschaft im Land ein weiterer Schritt in Richtung Klimaschutz und Schonung der Ressourcen", sagte Wirtschaftsminister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Jürgen Seidel am Dienstag in Schwerin. "Camping ist ein Wachstumsmarkt. Jede siebente Übernachtung in Mecklenburg-Vorpommern fand 2009 auf einem Campingplatz statt. Am Mittwoch ist Klimaschutz als Erfolgsfaktor im Campingunternehmen Thema einer Tagung im Güstrower Natur- und Umweltzentrum.

"Gefragt sind gut ausgebaute Plätze mit einem vielfältigen Serviceangebote und hervorragender Ausstattung", sagte Seidel. Im vergangenen Jahr meldeten die Campingplätze im Land mehr als vier Millionen Übernachtungen, eine Steigerung von 10,3 Prozent gegenüber 2008. Von Januar bis Juli 2010 wurde mit 2,5 Mio. Übernachtungen eine Steigerung von + 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum registriert.

"Der Camper von heute legt Wert auf Qualität, Sicherheit und Umweltschutz. Moderne, umweltbewusste Anlagen bringen zusätzlich Urlauber in Land", sagte Seidel. Derzeit gibt es knapp 200 Campingplätze in Mecklenburg-Vorpommern mit rund 26.000 Stellflächen für Wohnwagen und Zelte. Der Campingsektor trägt mit 387 Mio. Euro Umsatz als drittwichtigstes Segment 7,5 Prozent zum Gesamtumsatz bei.

Das Wirtschaftsministerium hat die Herausgabe des Leitfadens durch den Verein ECOCAMPING unterstützt. Für die Campingplatzbetreiber in MV liegt nun erstmals ein Leitfaden vor, der die Branche bei der Errichtung und Betreibung von klimafreundlichen Plätzen unterstützt. Der Leitfaden "Der klimafreundliche Campingplatz" hilft bei der Errichtung und Modernisierung von Campingplätzen, räumt der Reduzierung des Energieverbrauchs einen hohen Stellenwert ein und hilft dabei die Betriebskosten zu senken.

"Ein einseitiger Fokus auf den Energiebereich wird vermieden", sagte Seidel. "Managementaufgaben, Informationsangebote, Mitarbeiterbeteiligung und die Ausrichtung des Platzes spielen ebenso eine Rolle für den klimafreundlichen Betrieb." Der Kriterienkatalog definiert Mindestanforderungen mit dem Schwerpunkt "Vermeiden und Reduzieren geht vor Kompensieren". Die Maßnahmen richten sich nicht nur auf die Reduktionen der Klimagasemissionen, sondern bei Entscheidungen sollen auch Vor- und Nachprozesse berücksichtigt werden.

"Es wurde Wert darauf gelegt, dass die Maßnahmen auch von kleinen und weniger finanzstarken Betrieben umsetzbar sind und keine Benachteiligung eintritt", sagte Seidel. Auch auf individuelle Gegebenheiten, wie zum Beispiel die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, wird eingegangen.

Im Dezember 2009 wurden von europaweit 223 Campingplätzen 39 Plätze in MV mit ECOCAMPING-Zertifikat ausgezeichnet. In keinem anderen Bundesland gibt es so viele Campingplätze, die sich gleichzeitig für ein hohes Qualitätsniveau und umfangreichen Umweltschutz engagieren.

Der Leitfaden kann im Internet unter www.wm.regierung-mv.de Rubrik Publikationen/Tourismus eingesehen und heruntergeladen werden.