Ländervergleich Erneuerbare Energien

Seidel: MV kommt voran - Ziele werden anerkannt

Mecklenburg-Vorpommern kommt im Bundesländervergleich Erneuerbare Energien voran. "Das Land hat sich im Länderranking gegenüber 2008 auf Platz 6 verbessert", sagte Wirtschaftsminister Jürgen Seidel am Donnerstag in Schwerin. "Die "Energiepolitische Programmatik" mit der Gesamtstrategie Energieland 2020 und dem Aktionsplan Klimaschutz wurde sogar als bundesweit führend bewertet."

"Auch die Ziele, die wir uns für die Nutzung Erneuerbarer Energien gesetzt haben, werden positiv gesehen", sagte Seidel. "Sie sind ambitioniert, aber auch realistisch." Die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien soll in Mecklenburg-Vorpommern bis 2020 verfünffacht werden. Insbesondere durch den weiteren Ausbau der Windenergie, künftig vor allem Offshore, und den Ausbau der Bioenergie sollen die Erneuerbaren Energien gestärkt werden", sagte Seidel. Gegenüber 2005 soll bis 2020 in Mecklenburg-Vorpommern die Stromerzeugung aus Windkraft von 1.774 Gigawattstunden (GWh) auf über 10.000 GWh gesteigert werden.

Der weitere Ausbau der Erneuerbaren Energien stößt inzwischen auf Engpässe im Elektrizitätsversorgungsnetz, die nur durch den weiteren Ausbau der Netze zu lösen sind. Investitionen in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, Biokraftstoffherstellung (Pflanzenöl und Rapsmethylester) und die Nutzung der energiereichen Abfallfraktion als Sekundärbrennstoff sind weitere Handlungsfelder.

Die Zufriedenheit mit der Landes- und Kommunalpolitik wird der Studie zufolge hoch eingeschätzt. Die Untersuchung ist ein Forschungsprojekt des Deutschen Instituts für Wirtschaft in Berlin und des ZSW Stuttgart im Auftrag und in Kooperation mit der Agentur für Erneuerbare Energien e.V. Berlin. Schlechter schnitt Mecklenburg-Vorpommern bei Indikatoren "Forschung und Entwicklung", "landeseigene Energieagentur" sowie der "Bewertung der Landespolitik zur Solarenergie" ab.

"Dabei müssen landesspezifische Besonderheiten wie dünne Besiedlung und Wirtschaftsstruktur berücksichtigt werden", sagte Seidel. In die nächste Wertung kann dann auch der jüngst ernannte Klima-Rat einfließen. Zu den Aufgaben des Gremiums mit hoher fachlicher Kompetenz gehört die Auswahl von geeigneten, innovativen Klimaschutz-Aktionen. "Der Klima-Rat berät und bewertet Ideen und Projekte aus dem Land, die im Rahmen eines Wettbewerbes um Klimaschutz-Aktionen eingereicht werden. Erst dann werden die ausgewählten Maßnahmen in den Aktionsplan Klimaschutz des Landes aufgenommen", sagte Seidel. Ein weiterer Schwerpunkt der Tätigkeit der 16 Mitglieder liegt in der interdisziplinären Zusammenarbeit, im Informationsaustausch und der Nutzung von Synergien. Der Klima-Rat berät darüber hinaus die Landesregierung bei der weiteren Ausgestaltung der Klimapolitik.

Nach einer Studie des EUB Instituts Rostock soll sich die Anzahl der direkten und indirekten Arbeitplätze im Bereich der erneuerbaren Energien in Mecklenburg-Vorpommern von ca. 6.000 im Jahr 2005 auf bis zu 21.000 im Jahr 2020 steigern.